Institutsleiterin Fraunhofer FEP
Das Jahr 2025 stellte das Fraunhofer FEP vor vielfältige Herausforderungen, geprägt von einem dynamischen geopolitischen und wirtschaftlichen Umfeld. Gerade in solchen Zeiten zeigt sich jedoch, dass schwierige Rahmenbedingungen oft den fruchtbarsten Boden für neue Ideen und Innovationen bieten. In den vergangenen zwölf Monaten haben wir unseren strategischen Fokus weiter geschärft und gezielt in unsere Infrastruktur sowie in den Ausbau der Expertise im Institut investiert – mit dem klaren Ziel, die Weichen für eine erfolgreiche und zukunftsorientierte Entwicklung zu stellen und weiterhin den Anforderungen unserer Partner und Kunden gerecht zu werden.
Im Jahr 2025 haben wir die Themen aus dem in 2023 auditierten Strategieprozess mit der Stoßrichtung der neuen forschungspolitischen Agenden, wie der Hightech Agenda Deutschland und dem 10. EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation synchronisiert. Dadurch haben wir unsere Kernkompetenzen in übergeordnete Säulen gebündelt:
- Dekarbonisierung, klimaneutrale Energie und Mobilität
- Biotechnologien, Biomedizin und Kreislaufwirtschaft
- Mikroelektronik
- Sicherheit und Resilienz, Luft- und Raumfahrt
In dieser Ausgabe stellen wir Ihnen die wissenschaftlichen Highlights aus den neuen Themenfeldern vor. Wir zeigen, wie mikrostrukturierte Kunststofffolien Photovoltaikmodule optisch in Gebäudefassaden vollständig integrieren lassen.
Die Vielfalt der niederenergetischen Elektronenstrahltechnologie zeigt sich in den Beiträgen über antivirale Funktionalisierung ökologisch nachhaltiger Vliesstoffe für Atemschutzmasken, unsere neue Hybrid-Technologie in Form von Bioreaktoren mit eingebauten niederenergetischen Elektronenstrahlquellen sowie innovative Ansätze zur synchronisierten Pulsung von Elektronenstrahl und Atmosphärendruckplasma. Abgerundet wird das Themenspektrum durch unsere neuentwickelte Pilzquelle für Saatgutbehandlung.
Im Themenfeld Mikroelektronik zeigen wir die Digitalisierung komplexer Beschichtungsprozesse für erhöhte Effizienz beim Transfer von Laborergebnissen zum Markt. Im Beitrag über die Sputterepitaxie beleuchten wir die nachhaltige, großskalige Herstellung epitaxieller gesputterter Nitridschichten für die Leistungselektronik.
Zum Schluss zeigen wir innovative Beschichtungslösungen für Korrosionsschutz, Leitfähigkeit, und Abschirmung für die Luftfahrt und Verteidigung.
Das Jahr 2025 stand für uns auch im Zeichen der internationalen Vernetzung und neuer Kooperationsformate. International waren wir unter anderem auf der InterBattery in Seoul sowie erneut auf der Manufacturing World in Tokio vertreten. Meine Teilnahme an einer K-FAST-Delegationsreise nach Südkorea und die Erweiterung unserer Absichtserklärung mit der Koreanischen Technologieförderungsagentur TIPA unterstreichen unser Engagement für nachhaltige, internationale Kooperationen.
Auch auf nationaler Ebene setzten wir Akzente: Mein Vortrag auf der Sächsischen Innovationskonferenz, unsere Teilnahme am Sächsischen Transferpreis sowie unser Beitrag zum Tag der deutschen Luft- und Raumfahrtregionen zeigen die Bandbreite unserer Kompetenzen – von nachhaltigen Beschichtungen bis hin zu Lösungen für die Mobilität der Zukunft.
Ein Höhepunkt des Jahres war die Fortführung unserer eigenen Konferenz „pro flex" im Mai, mit der wir zum achten Mal erfolgreich eine Plattform für den Austausch zwischen Wissenschaft und Industrie geschaffen haben.
Mit dem neuen Format der „Innovation Week“ eröffneten wir Unternehmen und Forschungseinrichtungen die Möglichkeit, gemeinsam mit uns zukunftsweisende Ideen direkt im industriellen Forschungsumfeld weiterzuentwickeln. Die positive Resonanz und die daraus entstandenen Kooperationen bestätigen den Wert dieses Ansatzes.
Ein besonderes Highlight war das 25-jährige Jubiläum unserer Inline-Vakuumbeschichtungsanlage MAXI, welches wir im Rahmen des Tutorials zur V2025 feierten. Hier demonstrierten wir eindrucksvoll, wie Nachhaltigkeit in der Oberflächentechnologie umgesetzt werden kann.
Ich danke allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Partnern und Unterstützern für ihr großes Engagement. Nun blicken wir voller Zuversicht auf die kommenden Entwicklungen und freuen uns darauf, gemeinsam mit Ihnen die Zukunft zu gestalten.
Prof. Dr. Elizabeth von Hauff
Institutsleiterin Fraunhofer FEP
Fraunhofer-Institut für Elektronenstrahl-